Year: 2012

Schuldenuhren der Welt verkünden den Finanzkollaps


Die US-Dollar-Schuldenuhr tickt wie eine Zeitbombe

Es gibt praktisch keinen Staat mehr auf diesem Planeten, der nicht hoch verschuldet wäre. Staatsverschuldung zeugt – zumindest noch nach alter Schule – grundsätzlich von Missmanagement. Entweder lebt ein Saat über seine Verhältnisse oder er zieht die Steuern falsch ein (d.h. er nimmt zu wenig ein oder er tut dies bei den Falschen, wo es ohnehin nicht genug zu holen gibt). In der Regel ist beides der Fall. Es bleibt einem Staat auch gar nichts anderes übrig, als sich ständig weiter zu verschulden, wenn er die Wirtschaft des Landes nicht kollabieren lassen will. Wo die Privatwirtschaft den Zwang zu einem exponentiellen Wirtschaftswachstum nicht befriedigen kann, springt der Staat in die Bresche und hilft mit „Wirtschaftsförderungs-Programmen“ und „Konjunkturstützungs-Massnahmen“ nach, um das Schneeballsystem am Laufen zu halten. Rein mathematisch ist es gar nicht möglich, die Staatsschulden zu reduzieren oder gar jemals ganz abzutragen, ohne der Wirtschaft (und dazu gehört auch jeder einzelne Konsument) derart hohe Steuern aufzubürden, dass diese zum erliegen kommt. Deshalb begnügt man sich damit, wenigstens den Neuzuwachs der Schulden (zumindest vordergründig) begrenzen zu wollen. Wie ungewohnt bescheiden sich doch die Politik gibt, wenn es um die Bekämpfung der Staatsverschuldung geht!

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Medienkompetenz kann man lernen

MedienkompetenzVor dem Internetzeitalter beschränkte sich die Medienkompetenz auf den technisch korrekten Gebrauch von Radion und Fernsehen und den „vernünftigen“ und massvollen Konsum dieser Medien. Heute ist das Thema wesentlich komplexer und die Anforderungen sind ungleich viel höher. Zugleich erodieren die bisherigen Wertestandards zunehmend, welche früher zumindest als Orientierungshilfe herangezogen werden konnte, auch wenn man mit diesen nicht unbedingt immer einverstanden war. Wie soll sich jemand in der Komplexität der heutigen Medien überhaupt noch zurecht finden?

Das Werteverständnis ist in unserer Gesellschaft immer heterogener und auch angesichts der immer grösser werdenden Kulturvielfalt in einer globalisierten Welt wird es immer schwieriger, eine allgemein verbindliche Norm zu definieren. Innerhalb der geltenden Gesetze muss jeder selber entscheiden, was für ihn richtig oder falsch ist. So lautet zumindest die liberale Antwort auf die Frage nach der wertebasierten Medienkompetenz. Darüber kann (und soll) man natürlich streiten.

Was jedoch den rechtlichen Rahmen betrifft, ist der für alle gleich, und sowohl diesen als auch gewisse technische Standards sollte man schon kennen, um als medienkompetent gelten zu können. Wer sein Wissen auf die Probe stellen möchte, kann dies beim Medienkompetenzquiz des mekonet (Medienkompetenz-Netzwerk Nordrhein-Westfalen) tun, welches vom Grimme-Institut in Zusammenarbeit mit dem Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit NRW erarbeitet wurde.

Pulverfass Naher Osten

Iran, Syrien, Ägypten und Israel bestimmen die Meldungen in unseren Massenmedien im Bezug auf den Nahen Osten. Vom Irak hört man immer weniger und von Saudi Arabien praktisch gar nichts. Die Berichterstattung erscheint mir äusserst unausgewogen und zu einem grossen Teil sogar gezielt manipuliert. Das Einzige, das wirklich stimmt ist, dass das ganze Gebiet ein politisches Pulverfass ist. Doch werden die Hintergründe und Kausalzusammenhänge völlig verdreht dargestellt. Deshalb will ich mal eine erste Richtigstellung wagen.

Der Iran wird systematisch in die Enge getrieben, boykottiert und isoliert, weil er angeblich Atomwaffen entwickelt. Dabei hat der Iran gar kein Interesse an Atomwaffen, kann ein solches gar nicht haben, denn diese würden dem Iran keinerlei Vorteile bringen. Ein militärischer Angriff auf eines der umliegenden Staaten wäre auch mit Atomwaffen kaum zu gewinnen und für die Landesverteidigung reichen die konventionellen Waffen zudem völlig aus. Jedoch möchte der Iran seine Unabhängigkeit im Nahen Osten bewahren. Was hierzulande immer wieder vergessen wird ist, dass die Iraner keine Araber sondern Perser sind. Und darauf sind sie stolz wie Araber stolz darauf sind, Araber zu sein, und Israeli stolz sind, Israeli zu sein. Russen, Amerikaner und Chinesen sind schliesslich ebenso stolz auf ihre Nationalität. Was der Iran wirklich will, ist die eigene Energieversorgung langfristig zu sichern, d.h. auch Generationen nach dem Versiegen des Erdöls, und die weitgehende Unabhängigkeit von der internationalen Finanzmafia bewahren. Dieses Anliegen sollte man aus einem schweizerischen, demokratischen Verständnis heraus eigentlich als legitim erachten.

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So wird in der Nahrungsmittel-Werbung getrickst und gelogen

Wie bereits der Bestseller-Autor Seth Godin („All Marketers Are Liars“) und der US-Komiker George Carlin anschaulich dargelegt haben, ist die Lüge ein wesentlicher Bestandteil der Werbung in unserer westlich-zivilisierten Gesellschaft. Vieles ist für uns wahr, nur weil wir daran glauben (wollen). Mit Realität und Wahrheit hat das nichts zu tun, vielmehr aber mit Sehnsucht, Fantasie und Hoffnung. Seth Godin beschreibt das mit den Worten: „We believe what we want to believe, and once we believe something, it becomes a self-fulfilling truth“ (Wir glauben, was wir glauben wollen, und wenn wir etwas einmal glauben, wird es zur sich selbst erfüllenden Wahrheit). Werber sind Geschichtenerzähler und wer damit beschäftigt ist, Menschen Geschichten zu erzählen, die diese hören wollen, gerät schnell in Versuchung, zu übertreiben und Unwahrheiten hinzu zu dichten. Das muss gar nicht immer schlecht sein, denn wer es damit übertreibt, wird ohnehin rasch als Lügner entlarvt und verliert seine Glaubwürdigkeit. Doch, wo wird die Grenze überschritten?

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Vernachlässigte Körpersprache

Angela MerkelIn Unternehmen werden immer mehr Mitarbeiter in Kommunikations-Seminare geschickt, weil immer mehr Unternehmen die Wichtigkeit einer wirkungsvollen Kommunikation erkennen. Dort lernen die Teilnehmer als Erstes, dass in der Kommunikation der nonverbale Anteil überwiegt – viele sprechen von 85 Prozent, einige sogar von 93 Prozent, manche nur von 2/3. Der genaue Prozentsatz ist im Grunde auch gar nicht so wichtig und variiert von Mensch zu Mensch. Er widerspiegelt höchstens unseren Zwang, alles mit Zahlen ausdrücken zu wollen, um dadurch den Eindruck der Wissenschaftlichkeit zu erwecken. Entscheidend hingegen ist die Erkenntnis der Relevanz der nonverbalen Kommunikation. Wie wir etwas sagen, sagt viel mehr über unsere Botschaft und ihre Hintergründe aus, als der verbale Inhalt es tut.

Bei den allermeisten Journalisten scheint dies noch nicht angekommen zu sein, denn ihre Berichterstattung beschränkt sich ausschliesslich auf die verbale Kommunikation. Einzig Merkur-Online zeigte einmal vor einigen Jahren den Reichtum der Mimik von Bundeskanzlerin Angela Merkel, ohne diese jedoch näher zu interpretieren. Hier liegt noch unheimlich viel Potential brach. Dabei könnten Sportjournalisten ohne Interpretation der Körpersprache ihren Job gar nicht ausüben. In vielen Sportarten wird sehr viel oder sogar ausschliesslich mit dem Körper gesprochen, besonders wenn es laut zu und her geht. Hier ist der „Sprachschatz“ allerdings sehr limitiert und genormt, um den Interpretationsmöglichkeiten keinen Freiraum zu lassen. In der zwischenmenschlichen Kommunikation hingegen gibt es viel mehr Freiheitsgrade und auch einige Unterschiede diesbezüglich zwischen den Kulturen. Wer die nonverbalen Botschaften in jedem Kontext richtig zu interpretieren vermag, ist immer im Vorteil. Mit der Interpretation der Körpersprache von Politikern und Prominenten scheinen Journalisten auf breiter Front überfordert zu sein. Oder gehört hier ein Tabu zur Berufsethik?

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Ist alles recht, was billig ist?

billig einkaufenDie meisten Menschen eifern Dingen nach, die sie für erstrebenswert erachten, ohne sich der Konsequenzen ihres Handelns bewusst zu sein. Wer bei diesem ersten Satz schon denkt: „Ich doch nicht!“ oder „So ein Unsinn!“, der gehört mit grösster Wahrscheinlichkeit dazu. Solange die für uns sichtbare Welt für uns annehmbar erscheint, ist die Welt für uns in Ordnung. In dieser Welt fühlen wir uns wohl, diese wollen wir nicht verlassen. Wir erschaffen uns damit geistige Mauern und verweigern uns jeglicher Erkenntnis. Würden wir nur ein bisschen hinter diese Mauern blicken, bekämen wir ein ganz anderes Bild von dieser Welt. Doch viele wollen das gar nicht, damit sie keinen Anlass haben, ihr Leben und Handeln verändern zu müssen. Das wäre ja auch nur all zu mühsam.

Wenn wir billig einkaufen können, ist das ein Segen für unser Haushaltsbudget und immer mehr Menschen mit niedrigem Einkommen sind froh um solche Möglichkeiten. Doch wenn für unseren Wohlstandskonsum andere die Rechnung bezahlen müssen, sollte uns dies kein Anlass zur Freude sein. Irgendjemand bezahlt immer irgendwie die Rechnung. Solange wir diese Personen nicht kennen, können wir uns hinter der Maske der Anonymität in der globalisierten Wirtschaft verstecken. Doch, wie würden wir uns verhalten, wenn wir die Personen persönlich kennen würden, zu deren Lasten unser Konsum und Wohlstand geht, und auch wir ihnen persönlich bekannt wären? Was wäre, wenn sie unsere Freunde oder Familienmitglieder wären? Würden wir dann immer noch auf maximal tiefe Preise fixiert sein oder wären wir dann bereit, einen fairen Preis zu bezahlen? Doch, wie hoch muss dieser sein?

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Der Weltuntergang findet 21.12.2012 nicht statt

WeltuntergangWürde man allen Weltuntergangs-Prophezeiungen Glauben schenken, wäre die Erde schon etliche Male untergegangen. Doch die Menschheit bevölkert den Planeten Erde immer noch. Sie tut das vielleicht nicht gerade auf die intelligentest-mögliche Art und Weise, aber sie tut es und dies intensiver als je zuvor. Daran wird sich so schnell wohl kaum etwas ändern, auch wenn dies manch einer bedauern mag. Bisher hat kein Apokalyptiker Recht behalten. Sollte es am 21.12.2012 nun so weit sein?

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Eine Zeitreise zu den Anfängen des Internets

Das Internet und darin vor allem das World Wide Web (WWW) und E-Mail sind aus unserem Alltag gar nicht mehr weg zu denken. Der weltweite Datenaustausch in Echtzeit ist für uns heute so selbstverständlich wie der Strom aus der Steckdose. Mit Begriffen wie „Archie“ und „Gopher“ kann heute kaum noch jemand etwas anfangen und an den Lynx Browser erinnert sich auch niemand mehr. Es ist noch gar nicht so lange her, da waren dies noch Standard-Internetanwendungen. Eine nostalgische Zeitreise zurück in die Vergangenheit der Informations- und Kommunkationstechnologie …


Das Internet aus Sicht der 90-er Jahre

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Volkskrankheit Gier

Gier
Die Gier (Avarita), Pieter Brueghel der Ältere, Kupferstich von 1556/1557 aus dem Zyklus der sieben Todsünden

In den Medien stehen unsere Banken immer wieder in der Kritik. Mit dem Bankengeheimnis sollen sie Steuersünder beschützen. Mit Finanzspekulationen sollen sie die Märkte verzerren und sowohl Unternehmen als auch Staaten in den Bankrott treiben. Generell sollen Banken und ihre Mitarbeiter alles nur Blutsauger und Parasiten sein. Kapitalismuskritik ist wieder salonfähig geworden. Doch wie gerechtfertigt ist diese Kritik wirklich? Sind allein die Banken an der nach wie vor brodelnden Finanz-, Wirtschaft- und Schulden-Krise schuld oder liegen die Ursachen und die Verantwortung am Ende ganz wo anders? Sind wir alle einfach nur die Opfer eines Systems? Kann man sich dem kranken Finanz- und Wirtschaftssystem überhaupt entziehen? Wie soll sich der Einzelne in diesem System verhalten?

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