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Tabubruch in den Medien

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von Sociobilly am 16. September 2011

3 Affen durchkreuztVor gar nicht allzu langer Zeit hatten verschiedene Tabus in den Massenmedien ihre Gültigkeit. Bestimmte Themen wurden bei der Berichterstattung konsequent und systematisch ignoriert und totgeschwiegen. Andernfalls hätten die Beiträge in Printmedien, Radio und Fernsehen ganz andere Inhalte und Aussagen gehabt. Politisch heikle Themen wurden ausgeklammert oder Alternativmeinungen als fantasievolle Spinnerei von irrgeleiteten Skeptikern und Verschwörungstheoretikern bezeichnet, um einen gewissen Kreis von Reichen und Mächtigen nicht zu verärgern und sich ihre Gunst und Werbeaufträge zu sichern. Wer sich gegen die offizielle Darstellung auflehnte, wurde als Volksfeind beschimpft und verachtet.

Nur ganz selten wurden Themen wie die Bilderberg-Konferenzen, die grundsätzlichen Konstruktionsfehler unseres Finanz- und Wirtschaftssystems, Gegenhypothesen zur menschengemachten, treibhausgasbasierten Klimaerwärmung oder die vielen Ungereimtheiten und Lügen im Zusammenhang mit der offiziellen, absurden Verschwörungstheorie zu 9/11, welche als Rechtfertigung für den Krieg im Irak und in Afghanistan sowie für weitere völkerrechts- und verfassungswidrige Aktionen der USA und ihrer Verbündeten herhalten mussten, erwähnt oder gar thematisiert.

Wenn etwas – meist in einer Polittalkrunde aufkam, wurde es vom jeweiligen Moderator in der Regel mit geschulter Eleganz und Eloquenz entweder ins Lächerliche gezogen oder die Diskussion auf andere Aspekte und Themen gelenkt. Nur in Satiresendungen wie „Die Anstalt“ durften gewisse Wahrheiten in humoristischer Art und Weise zur Sprache gebracht werden. Dies scheint sich in den letzten Wochen zumindest teilweise geändert zu haben. Vermehrt kann auch Otto Normalverbraucher nicht nur die offiziellen Versionen der „Wahrheit“ lesen und sehen, ohne sich darum besonders bemühen zu müssen.

9/11 ist zehn Jahre alt

WTC Twin TowersDer Terror-Anschlag auf die Gebäude des World Trade Centers in New York am 11. September 2001 war ein schreckliches Ereignis, das viel Leid verursacht hat – sowohl bei den Opfern in New York als auch im darauf folgenden „Krieg gegen den Terror“. Dass man zum 10. Jahrestag dieser Tragödie gedenkt, ist nur natürlich. Die Gedenkfeiern dienen als Gruppentherapie zur emotionalen Verarbeitung der schrecklichen Ereignisse und die  Gedenkstätte am Ground Zero ist zur Klagemauer für die Hinterbliebenen der Anschlagsopfer geworden. Die Menschen brauchen das und daran ist auch nichts auszusetzen. Skurril und zugleich befremdend erschienen mir jedoch die Worte des Lobes von Barack Obama für seinen Vorgänger George W. Bush. Während er diesen im Wahlkampf noch für seine Kriegszüge massiv kritisiert hatte, scheint davon nicht mehr viel übrig geblieben zu sein.

Ich habe es mir am vergangenen Sonntag Abend angetan, mich mehrere Stunden durch die Beiträge auf allen Kanälen zu zappen, wobei ich die drei „Dokudramen“ aus dem Jahr 2006 ausgelassen habe, da ich hysterische Katastrophenfilme nicht ausstehen kann. Die meisten deutschsprachigen Fernsehsender strahlten in den USA produzierte „Dokumentarfilme“ aus und so auch das Schweizer Fernsehen. Darin ging es hauptsächlich um belanglose Einzelschicksale im direkten und indirekten Zusammenhang mit 9/11. Im Mittelpunkt stand immer die Frage: Wie haben sie den 11. Speptember 2001 erlebt? Oder: Was haben Sie gerade getan, als es passierte? Als ob das wirklich jemanden ernsthaft interessieren würde! Verblödendes Boulevard-Gesülze fürs Gemüt eben, ohne jeglichen Informationsgehalt oder Mehrwert.

Günther Jauch liess in seinem Polit-Talk in der ARD auch teilweise kritische Stimmen zu Wort kommen, aber nur bezüglich der Legitimation der Bundeswehr, auf Grund der Ereignisse vom 11. September 2011 zur Unterstützung der US-Truppen gegen die Taliban in Afghanistan in den Krieg zu ziehen. Kann man Deutschland wirklich am Hindukusch verteidigen? Naja, Deutschland hat es immerhin versucht. Kritisiert wurden die Instrumentalisierung des Terrors durch die Politik – vor allem im Hinblick auf die US-Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr – sowie der Krieg in Afghanistan und im Irak, dessen Verhältnismässigkeit in Frage gestellt wurde, zumal die Anzahl der Opfer des Krieges jene des Terroranschlags vom 11. September um ein Mehrfaches übertrifft.

An der offiziellen Geschichtsschreibung der Ereignisse jedoch wurde nirgends gerüttelt. Sie wird in den Massenmedien (mit kleineren Ausnahmen in Sendungen zu Randzeiten) immer noch (zumindest vordergründig) als alleinige Wahrheit akzeptiert und publiziert, obwohl sie in vielen Teilen widersprüchlich und unlogisch ist, den Gesetzen der Physik widerspricht und die Wahrscheinlichkeit der Häufung und unglückliche Verkettung so vieler Zufälle mathematisch gesehen praktisch gleich Null ist. Nur inoffiziell trauen sich Journalisten, die offizielle Verschwörungstheorie anzuzweifeln. Zu gross ist ihre Angst, in die Schusslinie zu geraten und den Job zu verlieren.


Peter Scholl-Latour: Die Wahrheit über 9/11 und Al-Qaida

Nur ein paar Wenige, wagen es trotzdem. Sie findet man vor allem in den Print-Medien und natürlich nicht zuletzt im Web. Während die einen beim Tages-Anzeiger über die Auseinandersetzung der Kunst mit 9/11 sinnieren oder in den emotionalen Einheitsbrei einstimmen, wagen es andere, sich mit einzelnen Ungereimtheiten zu befassen und die Existenz anderer Wahrnehmungen der damaligen Ereignisse zu erwähnen, die sie dann aber auch schon mal mehr oder weniger als Unsinn oder Verschwörungstheorien bezeichnen. Nur ist die offizielle Darstellung von 9/11 auch nichts anderes als eine Verschwörungstheorie, die bislang von niemandem belegt wurde. Aber allein schon die Tatsache, dass auch kritische Stimmen überhaupt genannt werden, ist erstaunlich. Wer zwischen den Zeilen lesen kann, wird den versteckten Appell verstehen, sich weitere Informationen zu beschaffen und im Dreck zu wühlen.

Aufhorchen und an der offiziellen Darstellung lässt einen spätestens, wenn sogar Leute wie der Schweizer Historiker Daniele Ganser die 9/11-Version der US-Regierung in Frage stellen und Journalisten wie Peter Scholl-Latour oder hochrangige Militärs wie Oberstleutnant Jochen Scholz von der Sprengung der Gebäude ausgehen. Ganser hält grundsätzlich drei Theorien für plausibel: die „Surprise-Theorie“ (Überraschung), die „Let-It-Happen-on-Purpose-Theorie“ (Lass es absichtlich passieren) und die „Make-It-Happen-on-Purpose-Theorie“ (Führe es absichtlich selbst aus). Ich denke, dass alle drei zutreffen – je nachdem in welcher Rolle man es betrachtet. Ganser erhielt nach eigenen Angaben in Fachkreisen Zustimmung nur unter vorgehaltener Hand und andere hätten ihn gemahnt, solche Fragen seien zu politisch und könnten auch in der Schweiz eine Karriere als Wissenschaftler ruinieren. Tabubrecher leben offenbar gefährlich.


Jochen Scholz, Oberstleutnant der NATO-Luftwaffe zu 9/11


Peter Scholl-Latour: World-Trade-Center wurde gesprengt!

9/11 ist und bleibt ein traumatisches Ereignis für unsere Zivilisation und die wahren Hintergründe werden wir wohl erst erfahren, wenn die Archive der Geheimdienste nach langer Zeit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Die okkulte Seite unseres Geldsystems – Wann kommt der grosse Finanz- und Wirtschafts-Crash?

Jemand schreit: Staatspleite! Und die Börsenkurse fallen. Jemand schreit: Eurobonds! Und die Börsenkurse steigen. Das ist die heutige Realität der Weltwirtschaft im aufgeklärten, fortschrittlichen und modernen Neokapitalismus und es offenbart zugleich deren Anfälligkeit und Schwäche. (Am Rande bemerkt: der Kommunismus ist auch keine brauchbare Alternative). Ein stabiles Finanz- und Wirtschaftssystem sieht anders aus. Und doch reden alle vom Wachstum und Wachstum und Wachstum und … Vielleicht soll dieser ja herbeigeredet werden. Soll es nun nominaler oder realer Wachstum sein? Ach, Scheissegal! Hauptsache, Wachstum. So jedenfalls nehme ich Tag für Tag die Berichterstattung in den Medien wahr. Für mich zeugt das von einem profunden Unverständnis unseres Wirtschaftssystems, das bereits den Todesstoss verspürt und nun in den letzten Atemzügen am Boden liegt, aber dennoch so tut, als ob es ewig leben würde. Ökonomen sind wahrlich weder Mathematikgenies noch Systemanalytiker und Wirtschaftsjournalisten sind es schon gar nicht. Die grosse Mehrheit plappert seit Jahrzehnten nur nach, was ein paar findige Banker vor über hundert Jahren erfunden haben. Von Wissenschaftlichkeit fehlt weit und breit jede Spur. Vielmehr herrscht Krieg zwischen den Wirtschaftsideologien. Es lebe die Gier und der Stärkere wird gewinnen!

So lange es gelingt, ein Thema beziehungsweise gewisse Aspekte eines Themas aus den Medien und damit aus der Schusslinie der Öffentlichkeit zu halten, kann angenommen werden, dass der Leidensdruck in der Bevölkerung zu wenig gross ist, um nach einer Veränderung zu verlangen. Solange können Kartelle im Dunkeln wursteln, wie es ihnen gerade beliebt. Doch wenn ein Thema bereits den Einzug in Fernsehsendungen zur Prime Time geschafft hat, muss es sich offenbar um ein Problem handeln, das viele betrifft und sie leiden lässt. Wenn ein heikles Thema vom Tabu zur Schlagzeile mutiert ist, ist Feuer im Dach und es muss davon ausgegangen werden, dass es noch viel schlimmer kommt, wenn es nicht umgehend gelingt, das Feuer zu löschen. Deshalb war ich überrascht, am 15.08.2011 im Heute Journal derart deutliche Worte zu unserem Geldsystem zu hören:


Heute Journal 15.08.2011: Unser Geldsystem

Am 09.09.2011 staunte ich dann nicht schlecht, als in der Gratis-Boulevard-Tageszeitung 20 Minuten ein Interview mit Mr. DAX Dirk Müller mit der Überschrift „Der nächste Crash wird viel schlimmer“ veröffentlicht wurde. Hier die wichtigsten Aussagen:

Frage: In Ihrem Buch zitieren Sie Henry Ford: «Wenn die Menschen unser Geldsystem verstehen würden, hätten wir die Revolution noch morgen früh.» Ist das System so ungerecht?
Antwort: Ja, es ist ungerecht und mit grossen Fehlern behaftet. Diese nützen wenigen, doch viele müssen dafür bluten. Die Krisen folgen sich in immer kürzeren Abständen. […]

F: Unter den Börsianern sind sie wohl der einsame Rufer in der Wüste?
A: Es gibt unter den Händlern viele mit ethischen Ansprüchen. Das Problem ist aber, dass sie teilweise mit den Interessen der Arbeitgeber kollidieren. […]

F: Wie weit sind wir noch vom Kollaps entfernt?
A: Es ist fünf vor zwölf – und dieser Crash wird schlimmer als jener vor drei Jahren. Nach der Finanzkrise haben die Regierungen als Stabilisierungsmassnahmen 33 Billionen Dollar ins System gepumpt. Das hat zu einer Scheinblüte geführt, die bald vorüber ist. Diesmal werden die Staaten nicht mehr zu Hilfe eilen können.

F: In einem Ihrer Kommentare sprechen sie davon, dass unsere Nationalbank nun den ganzen Euro-Kram aufkaufen müsse. Halten Sie so wenig vom Euro?
A: Ich habe wenig Vertrauen in die Gemeinschaftswährung. Eine Währungsunion ohne politische Union kann nicht funktionieren. Folglich ist es ein riskanter Ritt, den die Jungs der Schweizerischen Nationalbank unternommen haben. Eventuell sitzen sie bald auf einem Berg von wertlosen Euros.

Offenbar wurden meine Hoffnungen erhört, dass nach der Sendung “ECO-Spezial” vom 03.01.2011 unter dem Titel “Geld, Gier und Gewissen” im Schweizer Fernsehen mehr Beiträge mit etwas mehr Tiefgang breiten Teilen der Bevölkerung auf einfach verständliche Art und Weise Einblick in die Konstruktionsfehler unseres Finanz- und Wirtschaftssystems vermitteln mögen.

Weitere Tabus sollten gebrochen werden

Noch nicht begriffen haben anscheinend die Wirtschaftsjournalisten allerdings, dass die aktuelle Kopplung des Schweizerfrankens durch das Gelddrucken der Nationalbank zum Nulltarif einerseits durch die Aufblähung der Geldmenge zwangsläufig nicht nur zu einer Entwertung unserer Währung führt, sondern dadurch auch unsere gesamten Altervorsorgeersparnisse praktisch wertlos werden. Profitieren tun nur die Pensionskassen, welche unser ihnen anvertrautes Geld in Realwerte wie hauptsächlich Immobilien investiert haben, deren Wert real vergleichsweise kaum sinken wird. Vertraglich verpflichtet sind sie aber nur zur Auszahlung eines nominalen Betrags, dessen Wert real bald nahe bei Null liegen wird. Wie lange wird es wohl dauern, bis auch dies in den Medien diskutiert wird?

Folglich wird sich zu unserem demographischen Problem noch eine aus dem Euroraum importierte Hyperinflation hinzugesellen. Die Fixierung des Schweizer Frankens an den Euro ist vergleichbar mit jemandem – nennen wir ihn Frank, der seinem aus dem Flugzeug gefallenen Kollegen Reto nachspringt, damit sich beide nicht so alleine fühlen und sie miteinander sprechen können. Da aber beide keinen Fallschirm haben, rasen sie gemeinsam auf ihren sicheren Tod zu. Springt Frank aber nicht, können sie ihre Gedanken nicht mehr austauschen. Da aber Frank nicht alleine fliegen kann und auf die Anweisungen von Reto angewiesen ist, wird er ohne Reto nicht sicher landen können und den Flug vielleicht gar nicht überleben. Was ist nun das kleinere Übel? Der Crash ist so oder so vorprogrammiert und für beide unausweichlich. Doch solche Zukunftsaussichten verdrängen wir lieber und basteln uns dazu ein weiteres Tabu, das in den Medien hoffentlich auch bald gebrochen wird.

Hyperinflation und Staatsbankrotte haben ein enormes Potential, zu einem Krieg heranzuwachsen. Von Krieg in Europa will bei uns aber niemand etwas hören. Wir schaffen Tabus, um uns nicht ernsthaft mit derlei Problemen befassen zu müssen. Deshalb können wir auch nichts verbessern. Doch Es wäre an der Zeit, noch viel mehr Tabus zu brechen.